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Experten raten: Rechtzeitig um eine Lehrstelle kümmern

 

Das Ausbildungsjahr hat bereits begonnen, doch noch immer gibt es Jugendliche, die auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Dabei soll ihnen eine Initiative von Agentur für Arbeit und Handwerkskammern helfen. Jochen Brendel aus Schifferstadt war in seiner Ausbildung erfolgreich - und ist nun bester Jungbäcker von Rheinland-Pfalz.

 

VON CHRISTIAN BREUER

 

Vor sechs Wochen hat das neue Ausbildungsjahr begonnen, doch noch gibt es freie Ausbildungsstellen und Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen. Für sie bietet die Agentur für Arbeit gemeinsam mit den Handwerkskammern die „Chancengarantie“ an. Bei dieser Aktion werden alle, die noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, von der Agentur für Arbeit angeschrieben und sollen dann direkt an Arbeitgeber mit offenen Stellen vermittelt werden.  

Auch wenn es die „Chancengarantie“ gibt, rät Eva Schmidt von der Agentur für Arbeit in Ludwigshafen allen Jugendlichen, sich bereits frühzeitig Gedanken um ihre Ausbildung zu machen, „und nicht erst vier Wochen, bevor sie ihr Abschlusszeugnis bekommen“. Inzwischen gingen die Berufsberater schon in die siebten Klassen, um dort rechtzeitig auf Angebote der Agentur aufmerksam zu machen, dennoch würden einige Jugendliche zu lange warten, selbst aktiv zu werden.

„Wir haben viele Beratungsangebote, aber die Jugendlichen müssen zu uns kommen und sie auch in Anspruch nehmen“, sagt Eva Schmidt. Schon jetzt laufen, so die Fachfrau, die Bewerbungsrunden für das kommende Ausbildungsjahr, „da muss man sich jetzt schon mit den richtigen Unterlagen bewerben, sonst werden die besten Plätze an andere Bewerber vergeben.“

Sie rät den Jugendlichen daher, sich schon ein Jahr vor den anstehenden Bewerbungsrunden - also zwei Jahre vor dem Beginn der gewünschten Ausbildung - umfassend zu informieren und sich auch Gedanken über die eigenen Interessen zu machen. Neben den richtigen Bewerbungsunterlagen würden bei den Arbeitgebern auch Erfahrungen zählen, zum Beispiel aus Praktika in den Ferien.

Durch solch ein Praktikum hat auch Jochen Brendel aus Schifferstadt seinen Traumberuf kennen gelernt. Der 22-jährige Bäcker hat seine Ausbildung bei „Wilhelmi's Brotkorb“ absolviert und kann nun einen besonderen Erfolg vorweisen: Er ist der beste Jungbäcker von Rheinland-Pfalz und darf das Land beim Bundeswettbewerb vertreten. Das war nur möglich, da er eine hervorragende Abschlussprüfung geschafft hatte. Auch wenn für ihn der Tag nun um 1.15 Uhr in aller Frühe beginnt, habe er noch nie bereut, sich für diese Arbeit entschieden zu haben.

Als Schüler hatte er die Gelegenheit bekommen, in den Herbstferien ein Praktikum in einer Bäckerei zu machen, „danach stand mein Entschluss fest“, sagt er heute. Dabei nahm er von Anfang an in Kauf, dass der Beruf nicht nur angenehme Seiten hat. „Vergangene Woche war ich auf einem Geburtstag eingeladen, die Feier ging um 20 Uhr los, ich musste nach einer Stunde gehen, weil ich ins Bett musste. Und auch im Urlaub schaffe ich es nicht, länger als bis 21.30 Uhr wach zu bleiben", sagt der Bäcker und muss lachen. „Das gehört dazu, und für mich ist das kein Beruf, sondern Berufung“. Jugendlichen auf Berufssuche rät er, sich rechtzeitig zu informieren und in der Schule zu lernen. „Die Noten auf dem Zeugnis spielen natürlich eine wichtige Rolle, das vergessen einige Schüler manchmal!“ 

- Auch die Note in Religion kann bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen. -

Wie wichtig die Schulnoten sind, betont auch der Unternehmer Ralf Piller, der bei einem Berufsorientierungsnachmittag an der Peter-Gärtner-Schule in Böhl-Iggelheim die Bewerbungsunterlagen von Schülern prüft und Tipps gibt. Sebastian Kraus, 14 Jahre alt hat bei Piller bereits ein Praktikum absolviert und möchte nun „Rolladen- und Sonnenschutzmechatroniker“ werden. „Auch die Note in Religion ist wichtig“, betont Piller, „denn daran sehe ich als Arbeitgeber, ob der Schüler bereit ist, zuzuhören und sich zu engagieren. Wenn jemand in Religion schlecht ist, kann das bedeuten, dass er einfach nur faul ist.“ Vor allen Dingen komme es darauf an, wie die Be-werbungsmappe aufgebaut ist. „Entscheidend ist der erste Eindruck", betont Piller. 

Nach dem Gespräch ist Sebastian froh, dass ein Experte über seine Bewerbungsmappe geschaut hat. „Ich finde es gut, dass hier verschiedene Firmen in die Schule kommen und uns bei der Suche nach der richtigen Ausbildung helfen“, sagt der Neuntklässler, „außerdem kann man die Tipps für Lebenslauf und Anschreiben gut gebrauchen.“ 

Gestern hat die Agentur für Arbeit die aktuellen Zahlen zum vergangenen Lehrjahr veröffentlicht. Dazu Eva Schmidt: „Bisher haben wir nur einen marginalen Rückgang an Ausbildungsstellen verzeichnet, die Krise ist offenbar bisher noch nicht auf dem Ausbildungsmarkt angekommen. Das kann im kommenden Jahr allerdings schon ganz anders aussehen."

 



NÜTZLICHE ADRESSEN

Die Agentur für Arbeit hat im Internet Angebote eingestellt, um über unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten zu

informieren:
www.berufe.tv (Filme über verschiedene Berufe)
www.planet-beruf.de (Tipps zu Berufsauswahl, Ausbildung und Bewerbung)
www.arbeitsagentur.de (Tipps und Adressen der Ansprechpartner)