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Speyer Kurier vom 21.06.2013

 

Hotel und Heimat für Insekten

 

Insektenhotel an der PGS errichtet

von Franz Gabath


Böhl-Iggelheim- Im Rahmen der Projektwoche zur Vorbereitung auf das Schuljubiläum, 40 Jahre Peter-Gärtner-Realschule plus, entstand auf dem Gelände der PGS ein Großprojekt – ein Insektenhotel. 3 Mädchen und 6 Jungs aus den Klassenstufen 5, 6 und 7 hatten sich für dieses Projekt entschieden. Natürlich wären die Kinder alleine mit dieser Riesenaufgabe überfordert gewesen. Tatkräftige Unterstützung seitens Erwachsener war schon von Nöten. Und es wurden erlebnisreiche Tage für alt und jung.

Die Errichtung eines Insektenhotels „spukte“ schon lange im Kopf vom stellvertretenden Schulleiter Thomas Hasenöhrl und danach auch bei der Schulleiterin Elisabeth Kasprowiak. Nur von der Idee bis zur Verwirklichung war es noch ein langer Weg. Der Termin, an dem man an die Umsetzung gehen wollte, war schnell gefunden – zum 40. Geburtstag der PGS sollte es sein. Und noch etwas war klar. Man musste sich die Mitarbeit von „Insektenhotelbauerprofis“ sichern. Bei der Lokalen Agenda 21 Natur und Grünbereich in Römerberg wurde man fündig. In Berghausen hatten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Natur-Lehr-Spiel-Pfad angelegt, auf dem auch ein 5-Sterne Insektenhotel errichtet wurde. Und die Kopie davon steht jetzt an der PGS in Böhl-Iggelheim.

Der Wunsch, hier in Böhl-Iggelheim ein Insektenhotel zu bauen, so wie die Anfrage nach Mithilfe, fiel in Berghausen auf fruchtbaren Boden.

Der Rohbau wurde vom stellvertretenden Schulleiter Thomas Hasenöhrl und dem Hausmeister der Schule Dietmar Fink vor den eigentlichen Projekttagen errichtet. Das Holz für den Innenausbau stellte Förster Jens Hornbach zur Verfügung.

Und dann kam der große Tag, an dem auch die am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler in Aktion treten konnten. Frau Walburg, die Herren Blank, Pöhl und Dörr aus Berghausen hatten alle benötigten Materialien mitgebracht. Eifrig schleppten die Schülerinnen und Schüler schwere Baumscheiben, Bambus, Brombeerranken, Holunderstöcke und Schilfstengel in den Werkraum. Nachdem den Schülern der sichere Umgang mit kleiner Bügelsäge, oder Gartenschere erklärt worden war, machte sich eine Gruppe an das Zuschneiden der Schilf, Holunder- oder Bambusstücke. Auf das genaue Maß war da zu achten, 13 cm oder 11,5 cm, waren da schon genau einzuhalten. dass später, nach dem Einbau, nicht zu viel Nacharbeit zu tätigen war. Mit Akribie und Umsicht waren jungen Baumeister am Werk.

Eine andere Gruppe zeichnete nach Schablone die Löcher auf den Baumscheiben an, und körnte diese an. Unter fachkundiger Anleitung und Hilfestellung der Aufsichtspersonen durften die Schülerinnen und Schüler dann selbst die Löcher bohren.

Auch hier wurde der Umgang mit der Bohrmaschine zunächst erklärt und die eigentliche Bohrarbeit mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen, Schutzbrille und Haarnetz, durchgeführt. Erforderte das maßgenaue Ablängen der der Äste große Sorgfalt, dann traf die besonders bei den Bohrungen zu. Die richtigen Lochdurchmesser mussten gebohrt werden, die Bohrungen waren anschließend zu säubern – Arbeit über Arbeit. Die praktischen Arbeiten, der Umgang mit Holz und den Werkzeugen machte den jungen Baumeistern sicherlich Spaß. Das trifft auch auf die Erwachsenen zu. Der Verfasser dieser Zeilen durfte während dieses Projektes als Koordinator zwischen Schule; Schülern, so wie den Hotelspezialisten aus Berghausen tätig sein und war ebenso begeistert.

Natürlich stand neben der praktischen Tätigkeit auch jede Menge Theorie Auf dem „Stundenplan“. Anschaulich erläuterte Frau Walburg die Fragen nach dem Sinn des Insektenhotels. Erklärte den Unterschied zwischen Honigbienen und Wildbienen für die, als sogenannte Solitärbienen, das Hotel in erster Linie als Aufzuchtstation für ihren Nachwuchs nutzen. „Überall, wo später die Löcher verschlossen sind, haben die Wildbienen das Hotel bevölkert“ erklärte die Expertin, Frau Walburg.

Sie hatte darüber hinaus jede Menge Unterlagen mitgebracht, die die Kinder in einer Mappe über das Projekt abheften konnten. Auch wurde für jeden Tag ein Protokoll über die geleisteten Arbeiten, praktisch und theoretisch, erstellt, das die Hotelbauer immer an ihr Projekt erinnern wird. Auch Erich Bettag, ein unter Fachleuten hochgeschätzter Experte über Natur- und Tierschutz, konnte für die Projektwoche gewonnen werden.-

Bei einer Exkursion rund um das Schulgelände, den Schwarzweiher und den angrenzenden Feld- und Wiesenrändern wurden die dort wachsenden Blumen und Gräser bestimmt. Leider wachsen um das Gelände der PGS sehr wenige Blumen- und Pflanzenarten die als ausgesprochene Leckerbissen für die Wildbienen und andere mögliche Hotelbesucher gelten. Deshalb einer der Wünsche des Projektes „Insektenhotel“ ist, einen Teil der Grünfläche um die PGS als Wildblumenwiese zu gestalten. Denn was nützt das 5-Sterne Hotel, wenn das Frühstücks- Mittagessen- und Abendessenangebot nicht dementsprechend ist.

Und pünktlich zum Schulfest anlässlich des 40 Geburtstag der PGS (der Speyer-Kurier berichtete ausführlich), war das Werk vollbracht. Alle Baumscheiben waren eingebaut, die Zwischenräume mit Schilf, Brombeerhölzern, Holunderstöckchen verfüllt. Unter großen Anteinnlahme der Festbesucher wurde das Insektenhotel von seinen Erbauerinnen und Erbauern enthüllt. Jeder der Schülerinnen und Schüler hatte sich einen erklärenden Satz zurechtgelegt und erklärte damit noch einmal den Sinn und die Arbeiten über die 4 Projekttage.

Nach den Worten von Elisabeth Kasprowiak soll zum Hotel noch eine Trockenmauer hinzukommen, um auch Kriechtieren einen Unterschlupf und Lebensraum zu schaffen. Der 1. Beigeordnete der Gemeinde, Karl-Heinz Hasenstab (CDU) sagte hierfür tatkräftige Unterstützung zu.


Bild: fg


21.06.2013