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KiTZ-Theaterkumpanei aus Ludwigshafen zu Gast an der Peter-Gärtner-Realschule plus Böhl-Iggelheim


Die zehnten Klassen der Peter-Gärtner-Realschule plus Böhl-Iggelheim erlebten eine Theatervorstellung der besonderen Art. Am Ende ihres Stückes bat die Darstellerin Bahar Adnar nämlich nicht nur zu sich auf die Bühne, sie servierte darüber hinaus eine Spezialität ihrer iranischen Heimat und reichte Tee. Zuvor hatte die Schauspielerin ihre Lebensgeschichte erzählt. Ihre Jugend verbrachte sie in einem liberalen Elternhaus in Teheran, fand früh Anerkennung als Sängerin, ging einem Beruf nach, hatte ihr eigenes Einkommen. Alles keine Selbstverständlichkeiten für eine Frau im Iran. Die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben allerdings erfüllte sich nicht. Zu gering der Verdienst, zu eng das Korsett, das Religion und Tradition ihrer Generation auferlegen. Bereits alleine auf die Straße zu gehen, stellte für sie ein Abenteuer dar. Würde sie die Sittenpolizei wegen eines zu lockeren Kopftuches wieder festnehmen? Würden die Eltern sie ein weiteres Mal aus einer Polizeistation auslösen müssen? Allein und unzufrieden entsteht der Entschluss, in Deutschland zu studieren. Hier heiratet sie einen Deutschen, lebt freier, erfährt aber auch neue Abhängigkeiten, Ablehnung und wieder Einsamkeit. Kolleginnen sprechen nicht mit ihr, oft fühlt sie sich auf ihre Religion reduziert. Obwohl der deutschen Sprache mächtig, verstummt sie, verliert mit dem Gesang auch die Lieder ihres Großvaters und damit ein Stück ihrer Identität. Immer wieder vermisst sie nun sogar das laute und schmutzige Teheran. Als Regisseur Peer Damminger auf sie aufmerksam wird, entsteht das Stück „ZAADGAH – Heimat im Kopf“. Dieser Monolog vor Bildern ihrer Heimat ermöglicht den Jugendlichen einen spannenden Perspektivwechsel. Wie fühlt sich das an, fremd zu sein, eine neue Sprache lernen zu müssen, zu verstummen und immer wieder mit Vorurteilen und Ablehnung umgehen zu müssen? Wie begegnen einem die Deutschen, wie wird jemand bei uns aufgenommen, der anders aussieht und nicht fehlerfrei spricht? Ein interessanter Austausch, an den sich die Schülerinnen und Schüler im günstigsten Fall nicht nur wegen der leckeren Eierspeise erinnern werden.
 


Baha Adnar vor preisgekrönten Fotografien des Ludwigshafener Künstlers Dominic Jan Geis
Baha Adnar vor preisgekrönten Fotografien
des Ludwigshafener Künstlers Dominic Jan Geis
 


 Bei Tee und Omlett fällt das Gespräch mit den Theatermachern wesentlich leichter
Bei Tee und Omlett fällt das Gespräch
mit den Theatermachern wesentlich leichter
 



Text und Fotos: Markus Jung