Ein Augenblick der Geduld kann vor großem Unheil bewahren, ein Augenblick der Ungeduld ein ganzes Leben zerstören.
(Chinesische Weisheit)

 

 

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Peter GärtnerPeter Gärtner wurde am 06.03.1812 als Sohn einfacher Bauersleute in Mutterstadt geboren. Obwohl sein Vater dagegen war, wollte er schon jung Lehrer werden. Nach dem Tode seines Vaters 1825 konnte er seinen Wünschen folgen, denn die Mutter erlaubte es ihm. Nach einer Zeit als Schulpräparand war er ab 1830 im Lehrerseminar in Kaiserslautern. Er studierte mit Fleiß und war bald einer der besten Schüler.

Das Hambacher Fest im Jahre 1832, bei dem erste Gedanken über Freiheitswillen ausgingen, war auch im Seminar bekannt. Als eines Tages die Büste des Königs verunziert wurde, blieb der Verdacht an Peter Gärtner hängen. Obwohl der Täter nicht ermittelt werden konnte, musste Peter Gärtner ohne Abgangszeugnis das Seminar verlassen.

Um Geld zu verdienen, arbeitete er bei einem Notar als Aktenschreiber, in einer Großhandlung wog er Kaffee, Salz und Zucker und er verrichtete noch verschiedene andere Arbeiten. Durch Zufall wurde ihm vermittelt, dass der Oberförster in Eußerthal einen Hauslehrer suchte und er ergriff diese Chance sofort, obwohl er schon seine Ausreise nach Brasilien gebucht hatte. Endlich konnte er Lehrer werden.

Der damalige Pfarrer und Distriktschulinspektor Geib in Annweiler erkannte in ihm einen begabten Lehrer und setzte sich dafür ein, dass Peter Gärtner in den Schuldienst übernommen wurde. Er trat seine erste richtige Stelle 1836 in Eußerthal an.

Schon 1837 meldete er sich nach Lambrecht und heiratete 1838 Luise Tartter aus Lambsheim. Die rauhe Luft im Lambrechter Tal machte ihm gesundheitliche Schwierigkeiten und auf Anraten seiner Ärzte kam er 1842 auf die erste protestantische Lehrstelle in Iggelheim.

In Neustadt wurde 1843 ein "Pfälzer Schulblatt" verlegt. Peter Gärtner war eifriger Mitarbeiter und veröffentlichte darin eine Reihe von Artikeln "Über deutsche Literatur". Ein Jahr nach seinem Erscheinen wurde das Schulblatt eingstellt. Daraufhin wurde in Bad Dürkheim das "Schulblatt für die Pfalz" eingeführt, auch bei dieser Zeitschrift arbeitete er mit.

Dann verlangte die Nationalversammlung in der Paulskirche zu Frankfurt Vorschläge zur Verbesserung des Schulwesens. Peter Gärtner führte die pfälzischen Abgeordneten an. Die dort abgegebenen Vorschläge "Wünsche und Anträge zur Verbesserung des deutschen Schulwesens" und die "Denkschrift pfälzischer Schullehrer" waren hauptsächlich von Gärtner verfasst.

Im Jahre 1865 gründete er den "Pfälzischen Lehrerverein". Die 50er Jahre des 19. Jahrhunderts waren eine politisch schwierige Zeit. Aufgrund von Erfahrungen aus dem Seminar enthielt er sich jeglicher Tätigkeit, die politisch auszulegen war und verfasste in diesen Jahren ein zweibändiges Werk "Geschichte der pfälzischen Burgen und Schlösser".

Er war jedoch auch Poet und er schrieb Gedichte wie "Der Lehrer an Alle", "Jubelgruß" und "Des Schullehrers Gebet"; am bekanntesten dürfte jedoch das Gedicht "Die Sage von der ledernen Brücke" aus dem Elmsteiner Tal sein.

Von 1869 – 1875 gehörte er als Abgeordneter des Wahlkreises Kirchheimbolanden – Kaiserslautern dem Bayrischen Landtag an. Er war dort unter anderem auch für Fragen des Lehrerstandes im Kultusministerium zuständig. Die ersten staatlichen Alterszulagen an Lehrer gehen auf seine Initiative zurück.

Ein großer Tag in seinem Leben war dann der 05.03.1887. Es zeigte sich, dass Peter Gärtner eine Persönlichkeit war; aus der ganzen Pfalz kamen Freunde und Mitstreiter, um ihm zu seinem 50jährigen Dienstjubiläum zu gratulieren. Am Vorabend wurde ein Fackelzug veranstaltet, am nächsten Tag die Häuser beflaggt, Hoftore geschmückt und eine Ehrenpforte für ihn errichtet. Es wurde ihm auch der Ludwigsorden verliehen.

Am 30. März 1889 verstarb Peter Gärtner im Alter von 77 Jahren. Er wurde am 3. April auf dem Iggelheimer Friedhof beigesetzt. Sein Grab ist noch immer erhalten.